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November 2019

Liebe Campingfreundinnen und –freunde,
allerorten nur noch ein Thema. Klimawandel. Ein junges Mädchen macht sich auf, die Welt zu retten. Löblich und bewundernswert, keine Frage. Was sie losgetreten hat, erstaunlich und unterstützenswert. Wir alle müssen etwas tun. Keine Frage. Die Welt diskutiert über Strohhalme, Pappteller und Autoabgase. Unsere Generation soll nun schnellstmöglich in Ordnung bringen, was viele Generationen seit der Industrialisierung unserer Erde angerichtet haben.  Das wir etwas tun müssen, weil wir nur diesen einen Planeten haben, ist klar. Solange wir aber alle Kleidung kaufen, die unter fragwürdigen Bedingungen in asiatischen Ländern hergestellt wird, Handys brauchen, die aus Korea stammen, eine Mango zum Frühstück brauchen, die genau richtig reif bei uns ankommt und morgens noch sonstwo am Baum hing und unsere Kinder mit unseren SUV’s bis vor das Schultor fahren (bis in die Schule hinein geht ja leider nicht), wird das kaum funktionieren. Die Politik diskutiert Lösungen, die lächerlich sind. Ist sie es doch, die mit keinem Wort davon spricht, das in erster Linie Industrie und Landwirtschaft für unser Problem verantwortlich ist. Solange hier nicht angefangen wird, brauchen wir wohl auch nicht über Strohhalme nachdenken. Hier bei uns am Niederrhein sind die Felder voll mit umweltverschmutzenden emittierenden Vierbeinern. Wir nennen sie Kühe. Eine Kuh pupst mehr Emissionen in die Luft als ein Auto! Womit wir beim Thema wären. Camping, denn darum geht es hier ja letztendlich eigentlich. Gäbe es Autos (also wäre das wirklich gewollt von der Industrie), die in der Lage sind umweltfreundlich mehrere hundert Kilometer zu bewältigen ohne mit leerem Akku irgendwo in der Prärie zu stranden und würden diese Autos dann auch noch in der Lage sein unsere Wohnwagen zu ziehen (hier zwingt man uns ja inzwischen zum SUV) und wäre dieses Auto dann auch noch bezahlbar, tja, dann hätten wir die eierlegende Wollmichsau erfunden. Aber im Grunde will die Industrie und die Politik das nicht. Solange uns die Herrschaften von der Regierung vormachen, wie egal es ihnen ist, ob die Welt von morgen noch lebenswert ist, in dem beispielsweise 5 Politiker mit 4 Flugzeugen an die Ostküste der USA reisen, dann frage ich mich, ist unsere Welt überhaupt noch zu retten? Natürlich möchten wir alle unseren Kindern einen lebenswerten Planten Erde hinterlassen und sicher kann auch jeder etwas tun, auch um sich selbst beruhigen, in dem er Zahnbürsten aus Holz kauft (nachwachsender Rohstoff, gab es aber schon mal, wurde nicht neu erfunden…), oder wir können im Winter auf Obst verzichten, welches am anderen Ende der Welt wächst, aber was erreichen wir damit wirklich? Ist es die Summe der kleinen Dinge oder müssen wir die hochgelobte Globalisierung unserer Welt rückgängig machen? Welche Chance haben wir wirklich, wenn wir schon daran scheitern, umweltfreundliche Autos für alle Zwecke zu bauen, hier spreche ich nicht nur von unseren Zugfahrzeugen, sondern beispielsweise auch vom Güterverkehr. Natürlich denken auch wir bei Fahrten mit und ohne Wohnwagen darüber nach, ob wir Alternativen haben. Mit dem Wohnwagen nicht wirklich. Es sei denn, wir bleiben ein einem begrenzten Umfeld (ein hoch auf die Freiheit beim Campen), weil wir sonst eine Akkuladepause einrechnen müssen. Und wir bräuchten einen deutlich kleineren Wohnwagen, angepasst an das Zugfahrzeug. Eine Fahrt von meinem Wohnort zu meiner Arbeitsstätte mit der Bahn wäre umweltfreundlich, kostet aber hin und zurück 12 Euro jeden Tag. Auch nicht wirklich eine Alternative. Haben wir überhaupt noch eine Chance, unsere Erde zu retten? Ist es nicht so, dass wir große Rückschritte machen müssten, um wirklich noch eine Chance zu haben? Und – wollen wir das? Wenn ich sehe, was bei jedem Einkauf an überflüssiger Verpackung zu Hause sofort in den verschiedenen Tonnen landet, ärgert mich das. Aber eine Alternative gibt es nicht, schon gar nicht bezahlbar. Warum ist das so? Ich brauche keine in Folie eingeschweißte Gurke, keine Äpfel in Folie und Pappkarton. Sie etwa? Ich möchte weiterhin unsere Welt kennen lernen, möchte reisen und die Globalisierung und Industrialisierung genießen, werde mir sicher auch weiterhin überlegen, was ich dazu beitragen kann, zu verbessern, aber doch auch immer mit dem Wissen, es ist nur ein winzig kleiner Beitrag, irgendwo in einem kleinen Dorf am Niederrhein, in dem Kühe weiterhin mehr Emissionen verursachen, als unser Diesel. Der November ist ja ein besinnlicher Monat, dunkel, trübe, mit kleinen Lichtblicken zu St. Martin. Vielleicht bin ich deshalb auch etwas nachdenklich… Alle Infos rund um den LV Ruhr-Niederrhein e. V. und die Ortsclubs: www.lv-ruhr-niederrhein.de


Tanja Burghardt
Pressereferentin
DCC LV Ruhr-Niederrhein e. V.